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Lebensmittel-Lügen / Märchen oder Wahrheit?

von Fitnessexpertin Katrin Kotira
Lebensmittel-Lügen
Light Produkte machen schlank. Brot ist gesund. Kaugummi ist gut für die Zähne - es gibt soviele Volksweisheiten rund um das Thema Ernährung. Doch was ist dran an diesen Thesen? Hier finden Sie die Antworten darauf.

Körperfett entsteht durch zu reichlichen Fettverzehr…
- Im Gegensatz zur landläufigen Meinung entsteht eine Fettsucht nicht durch zuviel Fettverzehr. Schuld sind fehlende Vitalstoffe – wie z.B. Ballaststoffe, die Fett bei einem intakten Stoffwechsel normalerweise zu Wasser und Kohlendioxyd abbauen. So werden gerade Weißmehlprodukte und Zucker zu Fett umgebaut und abgelagert. Das erklärt auch, weshalb es selbst bei einer Reduktionsdiät unter 1000 Kcal zu Fettablagerungen kommt, wenn diese Ernährung nicht vitalstoffreich ist.

Bei hohem Cholesterinspiegel sollte man cholesterinarme Lebensmittel essen …

- Cholesterin ist eine fettartige Substanz, die für den Organismus lebensnotwendig ist. Es wird für den Aufbau der Zellmembran benötigt, ist Bestandteil jeder Zelle, verantwortlich für den Fett-Transport und an der Bildung von Hormonen beteiligt. Cholesterin wird vom Körper selbst hergestellt, wenn mit der Nahrung nicht genug zugeführt wird – andererseits wird weniger produziert, wenn genügend mit der Nahrung aufgenommen wird. Der Cholesterinspiegel ist von vielen Faktoren abhängig u. a. von Sport und einem intakten Stoffwechsel sowie von genetischen Faktoren. Zudem ist der Cholesterinspiegel ständigen Schwankungen unterworfen und reagiert sehr sensibel auf körperliche Veränderungen.

Salz – das weiße Gold …

- Was heute den meisten Lebensmitteln zugesetzt wird ist Natriumchlorid (Kochsalz), bestehend aus den Elementen Natrium und Chlorid. Richtiges Salz hingegen besteht aus 84 Elementen. Unser heutiges Kochsalz ist raffiniert – was man ja schon von Mehl und Zucker her kennt. Es ist biologisch „tot“ und nichts kann darin überleben, was ja auch seinen Einsatz als Konservierungsmittel erklärt. Zuviel Salz entmineralisiert die Zellen, da Salz bestrebt ist, die durch den Raffinierungsprozess entzogenen Mineralien wieder an sich zu binden.

Light-Produkte machen schlank …

- Zunächst sei erwähnt, dass „light“ nicht automatisch kalorienarm heißt, da dieser Begriff nicht rechtlich geschützt ist. Dass light auch noch schlank macht gehört indes längst in die Märchenkiste, da dies mittlerweile in etlichen Studien widerlegt ist, da von Light-Produkten auch mehr konsumiert wird. Light-Produkte sind stark bzw. hoch verarbeitete Produkte mit vielen Zusätzen, chemischen Hilfsstoffen, Konservierungs- und Farbstoffen, Geschmacksverstärkern, Stabilisatoren u.v.m. Sie können bei regelmäßigem Verzehr zu gesundheitlichen Problemen führen. Die Grundstoffe der Fett-Imitate sind Kohlenhydrate, Eiweißstoffe und die Chemie. Ein Großteil der Imitate wird in anderen Produkten verarbeitet. Bei der Herstellung von Fertiggerichten und Halbfertigerzeugnissen wird verstärkt auf die preiswerten Milch- und Fettimitate zurückgegriffen. Sie werden verwendet z.B. für Speiseeis, Tiefkühlkost, Mayonnaisen, Salatdressings, Saucen, Fertigbackwaren, Desserts, Streichkäse, u.a.
Nachfolgend einige Rezepturen:
Simplesse: aus Hühnereiweiß, Magermilch, Wasser, Pektin, Zucker, Zitronensäure. Wird in Eis, Mayonnaisen, Dressings, Streichkäse, u.a. verarbeitet.
Olestra: Ist ein Fettersatz aus unverdaulichen Zuckerersatzstoff (Zuckerpolyester). Dieser passiert den Körper lediglich und wird unverdaut wieder ausgeschieden. Es kommt zu Durchfall. Die Ausscheidungen stellen Sondermüll dar!
Milchshake: Milchersatz aus diversen Abfällen und Milchrückständen. Inhalt: flüssige Nachprodukte der modernen Molkereitechnologie werden mit bearbeiteten Schlachtabfällen, Lederabfällen, Abfällen der Fleisch- und Fischindustrie, Kartoffelschälabfällen oder künstlich gezüchteten Einzeller vermengt und in Säuren gerührt. Die Endprodukte besitzen einen guten Geschmack und haben weißes bis gelbliches Aussehen. Zur Verhütung von Durchfällen infolge der nicht resorbierbaren Kunstfette wird ein "Anti-Anal-Leakage-Agend" zugesetzt (auf Deutsch: Schließmuskel-Auslaufsperre).

Kaugummi ist gut für die Zähne …
- Kaugummi wird aus dem Saft der mexikanischen Breiapfelfrucht gewonnen. Heutzutage besteht Kaugummi allerdings aus solchen leckeren Zutaten wie etwa Polyvinylacetat oder Poly-Isobutylen - beide Erdölprodukte, gemixt mit Weichmachern, Füllstoffen und Gleitmitteln. In vielen Kaugummis stecken die konservierenden Stoffe BHA und BHT (E 320 und E 321), die bekannt dafür sind, Allergien auslösen zu können.

Brot ist gesund …
- Das mag wohl nur noch auf Bio-Produkte zutreffen, wo das Herstellungsverfahren an klare Richtlinien gebunden ist. In der konventionellen Bäckerei kommen heute mehr denn je so genannte Instant-Mischungen zum Einsatz, die wahlweise oder je nach gewünschten Geschmack mit Zusätzen wie Enzymen angereichert werden. Die Einzelheit in Backmischungen sind selbst dem Bäcker zum Teil unbekannt. Ein „Reinheitsgebot“ gibt es hier nicht. Statt Natursauerteig wird vielfach Kunstsauerteig verarbeitet, was ernährungsphysiologische Nachteile mit sich bringt. Nur durch die lange Gärdauer im Natursauerteig können die im Vollkorn fest verbundenen Mineralstoffe dem Körper zugänglich gemacht werden. Auch werden bei der verkürzten Teigführung die brottypischen Aromastoffe nicht gebildet, was durch Zugabe von Enzymen dann wieder ausgeglichen werden soll.

Text: Katrin Kotira
Foto: Istockphoto
Katrin Kotira
Katrin Kotira
Leipzig

Katrin Kotira - lizensierte Personal Trainerin - betreut seit 6 Jahren Ihre Kunden u.a. in einem eigenen Personal-Training-Studio in Leipzig. Zum Service gehört u.a. die Durchführung der Leistungsdiagnostik (Ergospirometrie)im Studio sowie die Anfahrt innerhalb des Stadtgebietes und Bereitstellung von Trainignsgeräten und Trainingsgetränken ohne Mehrkosten. Für eine noch bessere ganzheitliche Betreuung befinde ich mich derzeit in Ausbildung zum Sportheilpraktiker

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